Einflussreiche Geistliche, wohlhabende Banker, Krieger und Diplomaten: Die Templer schienen unangreifbar,
doch ihr Reichtum erzeugte Neid und Feindseligkeit. Im Jahre 1307 gab der französische König Philippe geheime Order
an seine örtlichen Vertreter. In der Dämmerung zum Freitag, den 13. Oktober wurden alle Besitztümer der
Templer heimgesucht und die führenden Ritter verhaftet.
Sie wurden der Ketzerei, Blasphemie und Unsittlichkeit beschuldigt und der Verehrung des Teufels Baphomet bezichtigt.
Ihr Vermögen wurde eingezogen und der Orden 1312, nach einem langen Verfahren, durch Papst Clemens V. aufgelöst.
Zwei Jahre später, 1314, nach sieben Jahren in Gefangenschaft, wurden der Großmeister des Ordens, Jacques de Molay,
und andere Führer auf dem Scheiterhaufen auf der Île de la Cité in der Nähe von Notre-Dame im Herzen von Paris verbrannt.
Der Prozess wurde mit konstruierten Vorwürfen, durch Folter erzwungenen Geständnissen und Zeugenaussagen zur Farce.
War das Hauptmotiv von Philippe IV. für die Verfolgung der Templer aber ihr Geld, so wird er enttäuscht gewesen sein.
Papst Clemens gestand Liegenschaften und Vermögen des Ordens den Johannitern zu (dem heutigen Malteserorden).
Darüber hinaus wurde die Schatzkammer der Templer in Paris weitgehend leer aufgefunden, was zur Spekulation anlass
gibt, dass einige Ritter vorgewarnt gewesen wären und den Schatz versteckt hätten.
Und dieser bestand nach dem Glauben Vieler nicht nur aus Gold, sondern verschiedenen heiligen Objekten,
darunter die Bundeslade und der Heilige Gral.
Die Hetzjagd gegen die Tempelritter bot Stoff für viele Legenden. Tatsächlich starben nur etwa 150 Templer unter der
Folter oder auf dem Scheiterhaufen. Die große Mehrheit - etwa 14.000, darunter 1.000 Ritter - überlebten. Es waren
nur diejenigen, die auf ihrer Unschuld bestanden, die verurteilt und hingerichtet wurden. Die aber, die gestanden,
wurden von ihren Sünden absolviert und freigesprochen.
Die Hetzjagd gegen die Templer überschritt nicht die Grenzen Frankreichs. Viele von ihnen traten anderen Ritter-
oder Mönchsorden bei, und in Spanien und Portugal wechselten sie bloß ihren Namen und fuhren fort wie bisher.
Das Geheimnisvolle, das die Templer allenthalben ausmachte, die Macht, die sie über 200 Jahre ausgeübt haben, ihre Verfolgung
in Frankreich und das Verschwinden des legendären Schatzes führten zu einem Mysterium und all den esotherischen Theorien,
die sie bis zum heutigen Tage umgeben.
Manche behaupten, dass der Orden im Geheimen fortgeführt wurde. Andere verbinden sie mit dem Aufstieg der
Freimaurerei. Und kein französischer Geheimbund würde ernstgenommen ohne irgendwelche Bezüge zu dem Tempelrittern.
Geschichten über ihre verborgenen Schätze gibt es reichlich, angespornt durch undurchsichtige Ereignisse wie den
Fall in Rennes-le-Château im 19. Jahrhundert, als ein armer Landpfarrer, Bérenger Saunière, über Nacht reich wurde,
als er Renovierungsarbeiten an seiner örtlichen Pfarrkirche ausführte. Die Quelle dieses Vermögens, ein
sorgsam gehütetes Geheimnis, wurde nie festgestellt, doch besagen einige Theorien, dass er über den versteckten
Schatz der Templer gestolpert sei.
Doch was war dieser geheimnisumwitterte Schatz? War es wirklich die Bundeslade? Gold und Geschmeide? Oder war es
der Heilige Gral, jenes Objekt, das durch die Geschichte so mysteriös und gleichzeitig unfassbar wurde?