Der Orden der Tempelritter wurde im Jahre 1118 a.D. in Jerusalem von Hugues de Payens, einem französischen Ritter
aus der Champagne, gegründet, in den Jahren nach dem ersten Kreuzzug. Payens, erster Großmeister des Ordens,
und acht Waffenbrüder leisteten einen Schwur, die Pilger auf ihren Reisen zum Gelobten Land zu beschützen.
Die Templer waren einer der beiden großen religiösen Orden - neben dem Johanniterorden - und wurde mit Förderung
von Bernhard von Clairvaux ins Leben gerufen, dem damaligen Kopf des Zisterzienserordens
und die Macht hinter dem Papsttum.
Mit Bernhard als ihrem Schutzherr wurde 1128 die Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel
(Ordo Pauperum Commilitonum Christi Templique Salomonici) amtlich anerkannt vom Rat der Stadt Troyes.
Ihre Satzung wurde von Bernhard auf der Grundlage derer der Zisterzienser geschrieben und von Papst
Innozenz II. genehmigt. Die charakteristische Uniform - weißer Waffenrock und rotes Kreuz - kam später hinzu.
Die Templer waren kriegerische Mönche, die das Gelübde für Armut, Keuschheit und Gehorsam ablegten, aber einen besonderen
Dispens zum Kampf und Blutvergießen erhielten. Sie bekamen Quartier in der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem,
die fälschlicherweise als der Ort des Tempels von Solomon angesehen wurde, daher der Name.
Neben der Tatsache, dass sie hervoragende Krieger und die am meisten furchteinflößende Truppe dieser Zeit waren,
wurden die Tempelritter bald ungemein einflussreich und zogen mit ihrem Ruf viele edle Teilnehmer an.
Sie erlangten ein wachsendes Vermögen und erwarben Landbesitz in der ganzen Christenwelt. Könige und Adlige
in ganz Europa spendeten Güter, und der Orden erreichte nach der Kirche selbst die größte Macht.
Als Jerusalem im Jahr 1187 fiel, gingen die Templer nach Akkon im Norden Israels zusammen mit den Johannitern, wodurch
zwischen den beiden Orden eine starke Rivalität entstand.
Doch Akkon fiel 1291 ebenfalls, und die Templer zogen sich nach Zypern zurück. Das schmälerte allerdings keineswegs
ihre Macht. Im Gegenteil: Das Vermögen des Ordens erlaubte ihnen, das erste moderne Bankwesen zu entwickeln
und den Geldverkehr für den Adel in großen Teilen Europas abzuwickeln.