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Die "Prieuré de Sion" - Die Geschichte einer Geschichte


► Teil 1: Die Wirtshausstory
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► Teil 3: Die BBC wird reingelegt




Pierre Plantard


Mitte der 60er Jahre hörte Pierre Athanase Marie Plantard von der Geschichte des mysteriösen "Reichtums" von Abbé Bérenger Saunière, so wie sie von Neol Corbu erzählt wurde. Schnell entwickelte sich zwischen Plantard und und Corbu ein umfänglicher Briefwechsel.

Bereits damals hatte Pierre Plantard (geb. 18, März 1920) eine zweifelhafte Vergangenheit: Während des Zweiten Weltkrieges war er ein glühender Anhänger des Nationalsozialismus und hatte den Deutschen Einmarsch in sein Heimatland ausdrücklich begrüßt. Zu Beginn der 50er Jahre verbrachte er einige Zeit im Gefängnis wegen Betruges und Unterschlagung.

1956 gründete Plantard die "Prieuré de Sion" - einen Verein, der am 7. Mai 1956 in das Vereinsregister des örtlichen Amtsgerichts eingetragen wurde. Plantard, der in ständigen Geldnöten steckte, hatte gehofft, so mit der Gemeinde ins Geschäft zu kommen: Er wollte - zusammen mit der örtlichen Kirchengemeinde - eine Schulbuslinie betreiben. Doch das Projekt scheiterte, ebenso wie der Versuch eine Monatszeitschrift herauszugeben. So stellte die "Prieuré de Sion" ihre Aktivitäten bereits drei Monte nach ihrer Gründung wieder ein. Aber nicht für alle Zeiten...

Als Plantard von der phantastischen Geschichte hörte, die da Noel Corbu verbreitete, beschloss er diese ein wenig aufzupeppen: Hatte Corbu noch vom Schatz der Blanche de Castille gesprochen, den der Abbé Sauniére einst entdeckt haben sollte, machte er daraus nicht weniger als den Heiligen Gral! Auch ließ er seinen Verein wiederauferstehen: Die "Prieuré de Sion" mutierte zu einem Geheimbund von Grals-Hütern, dem einst schon Leonardo Da Vinci vorgesessen haben sollte, und dessen jetziger Vorsitzende und damit oberster Gralshüter - Ehrensache! - Plantard selbst war. Zusammen mit seinem Freund Philippe de Chérisey fertigte er auch einige "Pergamente", die angeblich der Abbé bei der Renovierung seiner Kirche gefunden haben sollte.

Plantard und de Chérisey verpackten die nun deutlich aufpolierte Geschichte in Buchform, konnten aber zunächst keinen Verlag für ihr Manuskript finden. Nach einer journalistischen Überarbeitung durch Gérard de Séde erschien es dann unter dem Titel "L'Or de Rennes" 1967 endlich doch - viele Leser fand es jedoch nicht.

1969 wurde dann Henry Lincoln - ein britischer Journalist mit besten Beziehungen zur BBC - auf die Geschichte aufmerksam. Lincoln traf sich mehrfach mit Plantard, und bereits 1970 sendete die BBC eine erste "Dokumentation" über Rennes-le-Château, Abbé Saunière und den Heiligen Gral.

Lincoln und seine Co-Autoren Michael Baigent und Richard Leigh produzierten eine umfängliche TV-Dokumentation für die BBC, 1982 folgte ihr Buch "The Holy Blood and the Holy Grail" (dt. Titel: "Der heilige Gral und seine Erben"), 1987 schließlich der TV-Mehrteiler "The Messianic Legacy".

1989 gestand Plantard - der zu diesem Zeitpunkt längst mit de Chérisey und Lincoln gebrochen hatte - im Rahmen eines Ermittlungsverfahren: "Was die 'berühmten' Pergamente betrifft: Sie wurden von Philippe de Chérisey für einen Film über Rennes-le-Château gefertigt."

Philippe de Chérisey selbst hatte die Fälschungen bereits weit früher eingestanden.

Plantard starb als rechtskräftig verurteilter Betrüger am 2. Februar 2000, aber das hinderte nicht andere daran, seine Geschichten eifrig nachzuerzählen: 2006 verklagten Baigent und Leigh Dan Brown wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen. Dan Brown habe in seinem Bestseller "The Da Vinci Code" (dt. Titel: "Sakrileg") gleich kapitelweise bei ihnen abgeschrieben. Wie auch immer: Ein Londoner Gericht hat die Klage inzwischen verworfen.



Die "Prieuré de Sion"
- Die Geschichte einer Geschichte


► Teil 1: Die Wirtshausstory
► Teil 2: Der arme, reiche Priester

► Teil 3: Die BBC wird reingelegt



Pierre Plantard

Der Fälscher:
Pierre Plantard










Parchment

Prieuré de Sion

Satzung des Vereins "Prieuré de Sion",
von Pierre Plantard 1956 zur Anmeldung eingereicht.










Pergament

"Pergament" gefertigt von
Philippe de Chérisey.
Plantard erklärte später, das Original sei "verloren", um etwaige Untersuchungen zu vermeiden.





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Dies ist nicht die offizielle Seite der Sony Pictures zum Film "Der Da Vinci Code - Sakrileg" ► Oscar & Golden Globe