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Die "Prieuré de Sion" - Die Geschichte einer Geschichte


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Abbé Bérenger Saunière


Aber wie war das mit dem Abbé Bérenger Saunière? War er wirklich ein reicher Mann? Durchaus nicht...

François-Bérenger Saunière wurde am 11. April 1852 in Montazel, einem Dorf in der Nähe von Rennes-Le-Château geboren. Er war einer von sieben Kindern eines Großbauern. Sauniére besuchte erfolgreich das Priester-Seminar von Narbonne und wurde Juni 1879 zum Pfarrer geweiht. Bereits drei Jahre später wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter nach Narbonne berufen.

Vor dem Hintergrund einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem französischen Staat und der katholischen Kirche schien Sauniéres Glücksstern 1885 zu sinken. Er wurde zu dieser Zeit als "militanter Reaktionär" beschrieben. Als er begann gegen den Staat zu predigen, wurde er nach Rennes-Le-Château strafversetzt und musste sich sechs Monate ohne Gehalt durchschlagen.

Sauniére trat sein Pfarr-Amt in Rennes-Le-Château - einem Ort mit damals kaum 200 Einwohnern - am 1. Juni 1885 an. Er bezog das örtliche Vikariat, in dem ihm Marie Dénarnaud als Haushälterin zur Hand ging.

Sauniére war zweifellos sowohl mit der politischen wie auch mit seiner persönlichen Situation höchstg unzufrieden, und auch seine neue Gemeinde war nur in mäßigem Zustand.

Finanziert durch einige Spendengelder begann er 1886 die Ortskirche - Sainte Marie-Madeleine - zu restaurieren, die in einem heruntergekommenen Bauzustand war. Das Vorhaben zog sich nicht zuletzt wegen chronischen Geldmangels über zehn Jahre hin.

Etwa zu dieser Zeit beschloss der Abbé auch seine persönliche wirtschaftliche Situation aufzubessern: Er bot "schwarze Messen" an. Zu dieser Zeit waren Gottesdienste, Fürbitten und feierliche Begräbnisse für "Sünder" kirchlich verboten. Dies galt z.B. für Selbstmörder, Prostituierte und uneheliche Kinder. Sauniére lernte schnell, dass Angehörige verstorbener "Sünder" sich für geistigen Beistand und Gnadengebete äußerst dankbar zeigten.

Gleichwohl: Im Jahre 1908 flog seine kleine "Nebentätigkeit" im Rahmen mehrer Buchprüfungen durch seine Kirchenvorgesetzten auf. Am 1. Februar 1909 legte er sein Amt nieder und wurde wenig säter vor einem Kirchengericht angeklagt und verurteilt.

Als 1914 der als liberal geltende Papst Benedikt XV ins Amt kam, brachte Sauniére seinen Fall neuerlich zu Sprache. Er wurde vom Vatikan begnadigt und kehrte nach Rennes-Le-Château zurück.

Im Januar 1917 wurde François-Bérenger Saunière in seinem Haus von einem unbekannt gebliebenen Einbrecher übefallen und schwer verletzt. Er starb als armer Mann am 22. Januar 1917 im Alter von 64 Jahren.

Abbé Bérenger Saunière wäre ohne Zweifel heute unbekannt und vergessen, stünde er nicht im Zentrum der Verschwörungsgeschichte, die 1955 Noel Corbu erdichtete, und die weniger Jahre später ihre monströse Fortsetzung finden sollte...



Die "Prieuré de Sion"
- Die Geschichte einer Geschichte


► Teil 1: Die Wirtshausstory

► Teil 2: Der arme, reiche Priester

► Teil 3: Die BBC wird reingelegt


Abbé François-Bérenger Saunière

François-Bérenger Saunière




Bérenger Saunière

Bérenger Saunière vor seiner Kirche




Saunière's Haushälterin
Marie Dénarnaud, sie verkaufte
ihr Haus 1946 an Noel Corbu





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