Im Jahre 1946 kaufte Noel Corbu in dem Dorf
Rennes-le-Château in Zentral-Frankreich von Marie
Dénarnaud - der früheren Haushälterin des
verstorbenen Dorf-Pfarrers Abbé Bérenger Saunière -
die Villa Bethania.
Nach dem Tod von Marie Dénarnaud im Jahre 1953 baute
Corbu das Haus zu einem Restaurant und später auch
zu einem Hotel um - dem "Hotel de La Tour".
Eröffnungstag war der Oster-Sonntag 1955. Doch bald
schon kam Corbus Hotel aufgrund der abgelegenen Lage
in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Corbu - der sich
früher schon - wenn auch mit wenig Erfolg - als
Autor von Kriminalromanen betätigt hatte - benötigte
ganz offensichtlich etwas Reklame.
Er bastelte sich eine Geschichte, die Bezug nahm auf
die früheren Bewohner des Hauses. Abbé Bérenger
Saunière wäre ein reicher Mann gewesen - so Corbu.
Der Abbé müsse bei der Renovierung der Dorfkirche im
Jahre 1886 auf etwas Wertvolles gestoßen sein.
Es gelang Corbu eine örtliche Zeitung von seiner
Geschichte zu überzeugen, und so brachte die "La
Depeche du Midi" in den Ausgaben vom 12. und 14.
Januar 1956 jeweils ein Interview mit Corbu. Darin
behauptete dieser, Abbé Sauniére habe den Schatz der
Blanche de Castille gefunden, der Gattin des
französischen König Ludwig VIII (1188-1252). Vom
"Heiligen Gral" war noch mit keinem Wort die Rede.
Die Geschichte verbeitete sich schnell und brachte Noel
Corbu den gewünschten Erfolg: Von nun an waren
Restaurant und Hotel voll von Gästen, die in bester
Goldgräberstimmung den Worten ihres Wirtes lauschten
und die örtlichen Wälder durchstöberten.
Gleichwohl: Das ganze war nur eine kleines Vorspiel
von dem, was noch kommen sollte. Eine Rolle dabei spielt die
"Prieuré de Notre Dame du Sion" - ursprünglich der Name eines
mittelalterlichen Klosters bei Orléans, das eine Eigenart aufwies:
Die Mönche der Prieuré de Sion verehrten Maria Magdalena...
Die "Prieuré de Sion" Die Geschichte einer Geschichte