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Der Heilige Gral


► Teil 1: Frühe Schriften

► Teil 2: Moderne Interpretationen



Der Heilige Gral - Moderne Interpretationen


Der Gral spielte ebenso unterschiedliche Rollen in den diversen Geschichten, wo er auftauchte. In der Sage um Lancelot (so wie auch in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug") hat er wunderbare Heilkräfte und lebensbewahrende Eigenschaften und kuriert Gawain von einer durch eine magische Lanze verursachte Wunde.

In anderen Erzählungen ist er das Symbol von Gottes Gnade, jedermann verfügbar, doch erreichbar nur für den geistig Reinen, und so muss der Held beweisen, dass er seiner Gegenwart Wert sei. Im Artus-Zyklus ist der Ritter, der diese Eigenschaft verkörpert, Galahad, Sohn des Lancelot und der Gralshüterin Elaine.

Die mittelalterlichen Schriften berichten auch über mystische Geheimnisse im Zusammenhang mit dem Gral, die von einem suchenden Ritter erst aufgedeckt werden können, nachdem dieser ein geborstenes Schwert repariert hatte. Diese Geheimnisse waren vermutlich Bezüge auf das Mysterium der Heiligen Kommunion, besonders wenn man berücksichtigt, dass die Kirche diese fiktiven Figuren und Ereignisse übernahm, um die Ritterkaste zu kontrollieren und die christliche Doktrin zu verbreiten.

Allerdings lösten diese Anspielungen auf Geheimnisse und Mysterien viele Diskussionen und Theorien aus über die Natur und die Aufenthaltsorte des Grals aus.

Obwohl diese Erzählungen vornehmlich ein französisches, englisches und deutsches Phänomen waren, nahm auch Spanien gerechten Anteil am Gral-Pokal in Valencia und Katalonien. Ein anderer "Gral" wurde Anfang des 20ten Jahrhunderts bei Bride's Well in Glastonbury und ein weiterer in Wales gefunden; in den Dreißigern tauchten zwei weitere in Palästina auf. Wie die Leser von "Sakrileg" wissen, gibt es außerdem Gerüchte, dass er zur Zeit, was auch immer der Gral sein mag, in einem geheimen Gewölbe bei der Rosslyn Chapel, südlich von Edinburgh in Schottland verborgenen ist.

Während des 19ten Jahrhunderts erwachte das Interesse an den Legenden um König Artus erneut und inspirierte literarische Kreise. Ritterliche Begriffe wirkten auf den viktorianische Geist ein, die das Mittelalter idealisierten. Lord Alfred Tennyson schrieb seinen Arturianischen Zyklus "The Idylls of the King", Wagner seine Oper "Parsifal", und die Grals-Sage lieferte den Stoff für viele Bilder von Dante Gabriel Rossetti, Edward Burne-Jones und andere Angehörige der Präraffaelitischen Bruderschaft.

Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts behielt der Gral seine rein religiöse Bedeutung. Mit Beginn des 20ten Jahrhunderts nahmen die Gedanken zu, dass eine Art geheimes Wissen eine Rolle spielen könnte.

Es war eine Zeit, da Geheimbünde und Logen wie die Rosenkreuzer, obwohl bereits Jahrhunderte zuvor gegründet, populär wurden und zahlreiche Ableger und neue Gruppen in Europa gegründet wurden. Einige Mitglieder dieser Gesellschaften, wie etwas A. E. Waite, hatten ein aufrichtiges eigenes Interesse am Gral, auch wenn er nicht direkt Bestandteil ihrer Rituale war. Waite fand eine Verbindung zwischen dem Gral und Symbolen, die auf Tarot-Karten vorkamen. Er glaubte auch, dass es innerhalb der Christenheit eine geheime Tradition gab, die sich um den Heiligen Gral drehe. Diese bezeichnete er als "The Hidden Church of the Holy Grail".

Während des 20. Jahrhunderts tauchte der Gral in der Philosophie, im Neopaganismus, in der Weltanschauung der New Age, in der Pop-Kultur und natürlich auch im Film auf. Er war Gegenstand der mannigfaltigsten Streifen, die je gedreht worden sind: "Parsifal", einer der ersten Stummfilme; dann zu etwas völlig anderem: "Monty Python und der heilige Gral" (1975); und einer der beliebtesten Abenteuerfilme "Indiana Jones and the Last Crusade" (1989). Der Gral erschien in einiger der einflussreichsten Dichtung des Jahrhunderts, wie "The Wasteland" von T.S. Eliot. Er war im Mittelpunkt von Forschung, die von der kulturellen Anthropologie wie Jesse Westons "From Ritual to Romance" (1920) reicht bis zur rein theoretischen und umstrittenen wie Graham Hancocks "The Sign and the Seal", Noel Currer-Briggs´ "The Shroud and the Grail" (1987) und "Holy Blood, Holy Grail" (1982) von Baigent, Leigh and Lincoln.

Es war diese letzte Studie, die die Verbindung Templer-Gral in einer ernsthaften Weise wiederbelebte. Die erste Erwähnung dieser Theorie datiert auf das 18. Jahrhundert und den deutschen Freimaurer Gotthold Ephraim Lessing. Gemäß Baigent und anderer gehörte der Gral zu den Katharern, und die Templer waren seine Verwalter. Sie stellen auch eine Verbindung der Tempelritter zur "Prioré de Sion" her und zu der vermuteten heiligen Blutlinie, abstammend von Jesus und Maria Magdalena. Jedoch wurden viele der Theorien in diesem Buch von dessen eigenen Autoren widerlegt.

Dennoch bleibt das Mysterium um den Gral bestehen. Ist es der Pokal oder die Schale, verziert mit kostbarem Geschmeide, wie in den mittelalterlichen Phantasien berichtet? Oder ist es der einfache Becher des Zimmermans aus Indiana Jones? Ist es etwa gar kein Gefäß im Wortsinne? Mary Magdalenes Überreste? Der Schrein, in dem das Grabtuch aufbewahrt wurde? Oder die Suche nach innerer Weisheit und spiritueller Reinheit? Wie auch immer, wenn es das Symbol für des Menschen Streben nach Vollkommenheit wäre, dann kann die Suche weitergehen...



Der Heilige Gral


► Teil 1: Frühe Schriften

► Teil 2: Moderne Interpretationen


Heiliger Gral

Der Heilige Gral?
Kelch aus der Kathedrale von Valencia













Rosslyn Chapel

Verbleib des Grals?
Eingang zu Rosslyn Chapel,
Schottland, GB













Glastonbury

Verbleib des Grals?
Bride´s Well in Glastonbury, GB







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Dies ist nicht die offizielle Seite der Sony Pictures zum Film "Der Da Vinci Code - Sakrileg" ► Oscar & Golden Globe